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blieb eine nur besser verkappte, wirksam maskirteRomantik. Die sämmtlichen Werke aller französischenNaturalisten sind im Grunde nichts als unermüdlicheVariationen zweier durchaus romantischer Gefühle: derBegierde nach neuen, exquisiten und raffinirten Sensa-tionen und der Erbitterung gegen die dumpfe und platteGemeinheit des täglichen Lebens; nur dass sie sie, stattsie in der Weise der hergebrachten Romantik unmittelbarzu verkünden, erst in Bilder des Wirklichen verkleiden,umständlich objectiviren und hinterrücks dem Lesersuggeriren.
Es war den ehrlicheren und täppischeren BerlinernVorbehalten, die Losung Zola’s wörtlich zu nehmen,und indem sie Ernst mit ihr machten und tapfer aus-hielten, wo das künstlerische Gewissen des grossenFranzosen schlau und behutsam abgebogen war, sieins Extrem und ad absurdum zu treiben. Gerade alsin allen anderen Ländern der Naturalismus schon wiederverkracht und von neuen Formen überwunden war,zogen diese unerschrockenen Fanatiker, von keinerRücksicht des Geschmackes beirrt und vor keiner Thor-lieit bange, den letzten Schluss seiner Lehre, unauf-haltsam bis an jenes Ende, wo die Kunst mit Bretternverschlagen ist. Sie waren radical bis zum Wahne,wie immer die Epigonen, sie wurden Caricaturen, undum die Widerlegung des Naturalismus hat Niemandein grösseres Verdienst.
Die ganze Schule der Berliner Naturalisten lebtvon einem einzigen Gedanken, von dem Entschlüsse,den Zolaismus anzunehmen, von allen Resten derRomantik und aller Schüchternheit gründlich zu reinigenund durch alle logischen Folgen zu vollenden; allesWeitere war, wie dieser Vorsatz einmal angenommenund verkündet war, bloss mechanische Arbeit; manbrauchte, wie überhaupt zu jeder Statistik, nur Sitz-fleisch; Jeder konnte sie nach den ausgegebenen Recepten