Das jüngste Deutschland.
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und stolze Natur, die das Tamtam der Genossen ver-ächtlich verschmäht, ungekannt, ungelesen und un-verstanden gehliehen. Es wird auch seinem Romanedem gedankenreichsten und tiefsten Buche, welchesdas jüngste Deutschland bisher geschaffen hat, nichtbesser ergehen.
Ganz anders war die Gruppe der schüchternenVermittler: behutsame und eklektische Naturen, die imRahmen der Ueberlieferung ganz vorsichtig einigenneumodischen Aufputz versuchten, der selbst denstarrsten Geschmack ästhetischer Conservativer nichtbeleidigen konnte und doch den einmal aufgeregtenTrieb nach einem anderen Stile ein bisschen be-schwichtigen sollte; sie wollten versuchen, ob sich inden hergebrachten Formen der Vergangenheit nichtvielleicht mancher Gedanke und manche Gewohnheitder Gegenwart unter bringen Hessen — beileibe nichtdie grossen Ideen der Zeit, sondern bloss die kleinenVeränderungen der täglichen Gebräuche, die Modenvon heute im Gespräch, in den Sitten, in der ganzenFührung des Lebens, unseren Geschmack und unsereManieren. Es blieben die alten Helden des altenRomanes, es blieb die alte Handlung; aber sie wurdenein bisschen moderner ausstaflirt und möblirt, mit zier-lichen Momentaufnahmen von der Strasse und aus demSalon versetzt, und sie kleideten und betrugen sichund redeten, wie wir es rund um uns gewohnt sind;es blieb die alte „Gartenlaube“, aber in einer neuenAusgabe für Erwachsene. So experimentirte WolfgangKirchbach, *) ohne dass es ihm jemals eigentlichrecht geglückt wäre; doch ist in seinen besonnenen,nach der Zukunft gerichteten, aber des Vergangeneneingedenken Studien manches verständige Wort. So, abermit ungleich wirksamerem Talente und eindringlicherem
*) „Ein Lebenslmch“ , „Kinder des Reiches“, „Die letztenMenschen“, „Der AYeltfahrer“. E. Picrsoivs Verlag in Dresden.