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Studien zur Kritik der Moderne
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oft

Ditteratur.

erfreuliche Werke erwarten, Da war endlich derSchotte John Henry Mackay.*)

Mackay hat keinen neuen Stil begründet, erhat keine neue Form versucht, er verlässt nirgendsdie Traditionen der alten Lyrik ; manches Lied istdarunter, das man getrost um vierzig, fünfzig Jahrezurückdatiren könnte. Aber dennoch ist er ein Er-neuerer ein apporteur de neuf, wie sich die Goncourtsso gerne hiessen. Er liat eine Anschauung der Weltin die deutsche Dichtung gebracht, welche ein be-sonderes Eigenthum seines Geistes und doch zugleichein notlnvendiges Stück des allgemeinen Geistes undwelche in irgend einer anderen Zeit als der unserenüberhaupt gar nicht zu denken ist: den philosophischenAnarchismus, das unvermeidliche Extrem jenes radicalenIndividualismus, der seit Fichte über Stirner bis aufdie paradoxen Aphorismen Nietzsches herab gerade dienachdenklichsten und ernsthaftesten Köpfe der Deutschenunnachgiebig verfolgt und eben jetzt in der subtilenPsychotherapie des Maurice Barres sein romanischesGleiclniiss gefunden hat. Er ist in der Litteratur vonheute der einzige Deutsche, den wir mit den grossenphilosophischen Dichtern der Franzosen, mit Sully-Prudhomme und Leconte de Lisle vergleichen können;und wenn sie künstlerischer und wirksamer im Aus-drucke sind, so ist er tiefer und kühner im Geiste, undwährend sie aus alten, verbreiteten Lehren schöpfen,redet er aus den verschwiegensten Geheimnissen dereinsamsten, neuesten Philosophen. Nur freilich, weiles spröde und schwere Gedankenlyrik ist und derHaufe blutwenig nach den rafiinirten Excessen dergeistigen Lebemänner fragt, ist diese vornehme, stille

*)DichtungenAnna paratu feroSturmIlcleneDas starke JahrDie Anarchisten. Cultur-gemälde aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Alles bei J.Schabelitz in Zürich.