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Sie haben aus ihrem besonderen Geiste keine besondereForm erweckt; kaum dass sie ihn, unbeholfen undstockend, in der alten und hergebrachten scheu und I
verlegen anzudeuten wussten. Ihre Naturen, so laut |
und heftig sie das neue dieser Zeit empfinden mochten,waren in die Gegenwart nicht genug vertieft, nicht genugin die Zukunft lauschend vorgestreckt, um alles Ver-gangene entschlossen abzuthun und die neuen Gedankenund Gefühle zu künstlerischen Werthen zu gestalten.
Es blieb Alles beim Alten; nur das Bedürfniss wurdenoch stürmischer und wilder, und sie gaben ihm mancheskräftige und wirksame Schlagwort.
Nun kamen Andere, um der immer zudringlicherenBegierde zu helfen.
Viele, müde von so vielen Enttäuschungen, ver-zweifelten an der künstlerischen Kraft der Heimath undsahen nach dem Auslande. Es wollte ihnen scheinen, j
die Deutschen hätten sich im Classicismus, in der f
Romantik und in der politischen Lyrik erschöpft undvöllig ausgegeben; nun müssten sie sich langsam erstwieder erholen und neue Kräfte sammeln, währendeinstweilen andere Völker die Führung der Kunst über-nähmen, und geduldig warten, bis später nach hundertJahren sie auch wieder einmal an die Reihe kämen.
Einstweilen sollte man seinen Bedarf an Schönheit undGeist aus dem Auslande holen. Die Einen vertrauten denFranzosen, Andere zogen die nordischen Litteraturen vor,
Manche hofften auf Russland; und es konnte geschehen,dass die leidenschaftlichste und tiefste aller litterarischenFehden in Deutschland sich vier Jahre lang um einen g
ausländischen Dichter drehte — jene heisse und un- I
gestüme Bewegung um Ibsen, welche der geniale I
Berliner Schauspieler Emanuel Reicher begonnen undgeleitet hat. Die deutsche Presse brachte Romane derGoncourts, Zolas, Maupassants, Kiellands, Strindbergs,
Dostojewskys; deutschen Namen begegnete man selten. 1
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