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Studien zur Kritik der Moderne
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überlegene Weisheit, und ihren schlagfertigen Witz zuüben; es fehlte ihr die gelassene, zuwartende Gesinnungdes Historismus, aus welcher heraus Catulle Mendes ineinem ähnlichen Falle das schöne Wort gesagt hat:Oh voye^-vous, il ne faut jamais rire dnn jeune, lajeunesse cest sacree. Qu on examine, quon discute, maisqn on tienne compte: dans dix ans, ce sera pcut-elre le poete.

Aber die neuen Keime, wenn auch die erstenSprossen missrathen waren, trieben rastlos weiter. DieHoffnungen und Wünsche, freilich verschüchtert undbetrübt, wollten nicht verstummen. Und langsamerstarkten sie wieder und erholten und kräftigten sichan vier Namen, die oft zusammen genannt wurden, wieeine Partei, aber nichts miteinander hatten, als jenesspöttische Misstrauen der Kritik und der Laien, dasseit der ersten Blamage der unzertrennliche Gefährtejeder Neuerung in den Künsten wurde.

Da war erstens M. G. Conrad,.ein geistreicher,beredtsamer und urwüchsiger Franke, der von langenWanderungen durch das romanische Europa heimkam. Esist etwas Sonniges in dieser kühnen und freudigen Natur,das kein Zorn und kein Hader jemals völlig verdunkelnmag, aber es ist auch was Ungestümes, Fanatisches,teutonisch Unduldsames in ihr, das sie niemals zufriedlicher Entfaltung, zur verklärten Ruhe lässt. Siehat viel köstlichen Humor, Leidenschaft und Verveund jene den Deutschen sonst versagte Anmuth desGeistes, welche die Franzosen Esprit getauft haben,freilich ein bisschen bajuvarisch vergröbert und gernegeflissentlich ins Barocke verzerrt, und sie hat so vielLebenskraft und so viel Lebensmuth und so vielLebenslust, dass man ihr nimmermehr böse werdenkann, wenn sie auch einmal ausschlägt und über dieSchnur haut; aber oft langt ihr gestaltendes Vermögennicht für die Fülle der Pläne, und immer bleibt sieim Subjectiven befangen; sie versteht nur sich selber