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Studien zur Kritik der Moderne
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Das jüngste Deutschland.

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muntere Bild dergrossen Zukünftigen wiederholte,der leider momentan noch verhindertenHeilande undErlöser, die sicherlich, wie sie nur das Examen ge-macht, unsterbliche Meisterwerke liefern würden unddarum im Voraus Ehrfurcht, Ruhm und den Dank derNation einzukassiren eifrig beflissen waren.

Es war die Zeit, da Jeder, der überhaupt irgend-wie litterarische Meinungen, Einsichten und Wünschehatte, sich flugs auch niedersetzte, ein umständlichesProgramm in hochtrabenden Sätzen erliess und, wenner nur eine gewissenhafte und liebevolle Selbstbiographiehinzuzufügen nicht vergass, sowie ein genaues Ver-zeichniss der sämmtlichen Werke, welche er in dennächsten Jahren zu verfassen gedachte, unverzüglichvon seinen Vettern zum neuen und würdigeren Lessingoder Goethe ausgerufen wurde. Es war die Zeit, dajede Woche eine neue Zeitschrift aus irgend einemneuen Bethlehem kam, bald grasgrün, bald blutrothgekleidet, aber immer berufen, der harrenden Nationden Befreier aus der langen Noth zu bringen. Eswar die Zeit, da Jeder abgesetzt wurde, der schonüber die Zwanzig zählte, um die Bewegungsfreiheitder kommenden Männer zu erleichtern. Es -war dieZeit, da das jüngste Deutschland wirklich nur ausunbekannten und nichtsnutzigen Jungen bestand, dievor der Zeit der Schule entlaufen waren. Es war dieZeit der revolutionären Liliputaner in der Litteratur.

Die ehrlichen Freunde einer neuen, zeitgemässen,auf die Zukunft gerichteten Dichtung schüttelten traurigdie Köpfe und zogen sich zurück. Die Laien, welchedas Bedürfniss einer künstlerischen Verjüngung ange-lockt hatte, verdross der grosssprecherische Schwindel;die Enttäuschten verloren das Vertrauen und wolltenvon keinem neuen Namen mehr hören, weil es ja dochwieder nur so ein nichtswürdiger Prahlhans sein würde.Die Kritik freute sich der wohlfeilen Gelegenheit, ihre

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