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Studien zur Kritik der Moderne
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Kritisches.

Reiz nicht in den Handlungen, sondern in seinem Geisteist. Sie erkennen bald sein letztes Geheimniss, dassdie Lust am Bösen nur in dem Bewusstsein des Bösenist: jedes Laster hat ein Versprechen von Glück, dasvon keinem gehalten wird, und sein ganzer Reiz, wennes der Verstand am Ende prüfend besinnt, wird immernur aus dem Gefühle, dass es das Laster ist. Eswühlen, unvertreiblich und unwiderstehlich, in allenMenschen giftige und wilde Dränge, gerade das Schänd-liche und Verderbliche zuthun, bloss weil es schändlichund verderblich ist, ohne irgend einen anderen Reizals den des Ungehorsams wider das Gesetz. Nichtwas irgend eine Sünde gewähren kann, sondern immernur das Gefühl, dass es Sünde ist, ist ihre Würze. DieHuldigung an diesen tiefsten Trieb der Menschheit, andie Wollust im Bösen, ist der Satanismus.

Die äusseren Handlungen, von welchen die Büchererzählten, konnten ihnen also nichts helfen. Es fehlteihnen das Gefühl, Gott zu beleidigen und das Heiligezu besudeln. Es fehlte ihnen der Glaube. Sie brauchteneinen künstlichen Glauben, damit sie ihn beleidigenund verhöhnen könnten. Sie brauchten einen neuenHimmel, gegen den sie sich mit Lästerungen empörenkönnten. Sie brauchten ein lautes und heftiges Gefühlder Sünde.

Künstliche Verbote eines künstlichen Glaubens,um künstliche Sünden, eine künstliche Reue und einekünstliche Höllenangst zu bereiten das ist dieQuintessenz des neuen Satanismus.

Sein Geist ist der Kunst nicht fremd. Der tiefstePsychologe der Deutschen, E. T. A. Hoffmann, der un-heimliche Hexenmeister aller Menschenräthsel, hatseine Spur. Baudelaire, Barbey dAurevilly, FelicienRops schwelgen in seinen zermarterten Freuden. Dergrosse Logiker des Unlogischen, Edgar Poe, hateinen umständlichen Steckbrief seines letzten Triebes