S a t a n i s m u s.
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irgendwie durch eine unnachgiebige Zerforschung derBegierde und eine weise Berechnung der dienstbarenMittel irgend ein Erlöser zu bereiten wäre.
Man nehme eine solche Verfassung des Geistes:einen unermüdlichen, mit allen Wissenschaften gerüstetenVerstand, der von Natur und durch Bildung ungläubig,misstrauisch, kritisch angelegt ist; dazu die Erbschaftder Romantik, die Erinnerung an die seligen Wünscheder Träume als eine iieberische und unverwindlieheGier nach Genuss: aber den herrischen Trieb der Zeitauf den Stoff, der alles von der Wirklichkeit fordert.Man setze diese Verfassung an das Ende aller Laster,wo alle natürlichen und künstlichen Genüsse erschöpft,der Verstand von allem Käthe verlassen, der Leib ent-kräftet, die Nerven in Wahn verirrt und die Begierdenins Phantastische entlaufen sind. Da klingt dem Ver-schmachtenden aus verloschenen Zeiten eine fahlegespenstische Botschaft herüber, von ardentes joies main-tenant perdues et des douleurs impossibles d notre temps.*)
Es reizt vielleicht zuerst bloss die Neugierdeseines Verstandes, die schaurigen Räthsel verknitterterUrkunden und ranziger Pergamente zu vernehmen.Aber bald mischt sich die unersättliche Sehnsucht dermüden Nerven ein, die neue, unempfundene Reizewittern, ungekannte Sensationen, mit denen die Be-gierde sich noch einmal betrügen kann.
Es beginnt das Experiment mit dem alten Sata-nismus, seine Prüfung auf den Genuss hin. Sie nehmendie Bücher und lernen sein Verfahren, wie es über-liefert ist, die ganze Technik der schwarzen Messen.Das alles wird umständlich und sorgsam nachgeahmt,während sie ängstlich auf die Nerven lauschen, welcheErfolge der Satanismus hier verrichtet. Aber sieerkennen bald, warum er auf sie nicht wirken kann.Sie erkennen bald, dass sein üppiger und schwüler
*) Huysmans.