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Kritisches.
welche den Teufel in ihre Arme rufen, unterhöhnischen Lästerungen und Verwünschungen derJungfrau; es wird von schwarzen Messen gemeldet,welche kirchenschänderische Mönche vor nacktenDirnen lesen.
Das ist der alte Satanismus, der Satanismus derGläubigen. Er muss immer erscheinen, wenn irgendwodie christliche Lehre in ein kraftstrotziges und stolzesGemüth geräth, das ohne Liehe und Gehorsam ist.Spuren sind auch heute noch unter den Priestern, inden Klöstern.
Aber daneben gibt es heute einen anderenSatanismus, einen Satanismus der Ungläubigen und derLaien. Der ist gesucht, ausgeklügelt und gemacht.Er kommt nicht aus dem Stolze, sondern aus derLüsternheit. Er ist nicht die jähe Aufwallung un-bändiger Kräfte, sondern eine kalte Berechnung künst-licher Genüsse. Es ist ein lebemännischer Satanismus.
Er ist von jenen neugierigen und nüchternenGrüblern der Wollust erfunden, welche nachdenklichalle Grade der Ausschweifung messen, jeden einzelnenBeiz der Krämpfe und Verzückungen aufmerksamnotiren und misstrauisch die Erfüllungen des Genussesmit den Erwartungen der Begierde vergleichen, ge-duldige und strenge Chemiker der Freuden. Sie ver-suchen alle Laster und prüfen sie kritisch an ihrenVersprechungen und jedesmal stellt es sich wiederheraus, dass es wieder nur Wahn und Betrug ist.Mit den natürlichen sind sie bald fertig. Dann be-ginnen sie die Probe der künstlichen, die auch nichtmehr taugen. Aber sie lassen nicht ab, weil in allenEnttäuschungen dennoch die Sehnsucht nimmer ver-stummen will, der unausrottbare Hunger des Menschennach Glück — sie lassen nicht ab, immer aufs Neueerbittert und unstet immer neue, fremde, unerhörteGenüsse zu mischen, ob nicht dennoch vielleicht