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Studien zur Kritik der Moderne
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Kritisches.

wissen. Aber er muss es, weil alles Denken, allesBeden an die Hilfe der Sinne und ihren Vorratli ge-bunden und ausser den Sinnen kein Verkehr mitMenschen ist, in sinnlichen Zeichen sagen, die freilichan das Unsägliche nicht langen und nur schwank und.zage dahin winken. Er muss aus dem Sinnlichen dieftleichnisse des Unsinnlichen nehmen.

Der neue Symbolismus braucht die Symbole ganzanders. Er will auch ins Unsinnliche, aber er will esdurch ein anderes Mittel. Er schickt nicht dürftigeBoten aus, von seinen unsinnlichen Freuden zu stammeln,bis ihre Ahnungen erwachen. Sondern er will dieNerven in jene Stimmungen zwingen, wo sie von selbernach dem Unsinnlichen greifen, und will das durchsinnliche Mittel. Und er verwendet die Symbole alsStellvertreter und Zeichen nicht des Unsinnlichen, son-dern von anderen ebenso sinnlichen Dingen.

Das Symbol gilt dem neuen Symbolismus sehr viel,aber es gilt ihm nur als eine Bereicherung des Hand-werks. Er hat aus den Symbolen eine neue Technikgewonnen, ein vorher unbekanntes lyrisches Verfahren,eine besondere Methode der Lyrik. Es gab vor ihmdas rhetorische und das realistische Verfahren; er hatein Neues geschaffen.

Die Absicht aller Lyrik ist immer die gleiche:ein Gefühl, eine Stimmung, ein Zustand des Gemiithessoll ausgedrückt und mitgetheilt, soll suggerirt werden.Was kann der Künstler tliun? Das nächste ist wohl,es zu verkünden, sein inneres Schicksal zu erzählen,zu beschreiben, was und wiß-er es empfindet, in rechtnahen und ansteckende^AVorten. Das ist die rhetorischeTechnik. Oder der Künstler kann die Ursache, dasäussere Ereigniss seiner Stimmung, seines Gefühls,seines Zustandes suchen, um, indem er sie mittheilt,auch ihre Folge, seinen Zustand mitzutheilen. Das istdie realistische Technik. Und endlich, was früher noch