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Studien zur Kritik der Moderne
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Kritisches.

humaine. In einem Thurm aus Elfenbein vor denMenschen versperrt, schläft er den Tag und wacht erdie Nacht. Sein Arbeitszimmer ist in Orange undIndigo. Der Speisesaal gleicht der Kabine einesSchilfes und hinter den Scheiben der Luftporten istein kleines Aquarium mit mechanischen Fischen. DasSchlafzimmer*stellt-aus köstlichen und seltenen Stoffendie kahle Oede, einer mönchischen Zelle dar. Hierhorcht er einsam nach innen und lauscht allen Launenseiner Träume. Manchmal öffnet er einen Schrankmit Schnäpsen, son orgue ä bouche wie er ihn heisst;er kostet hier und dort einen Tropfen und spielt sichaus ihren Reizen innere Symphonien vor. Jeder Schnapshat für seinen Geschmack den Ton eines Instrumentes:der Curaqao klingt wie die Klarinette, der Kümmelwie die Hoboe, Anisette wie die Flöte, Kirsch wie dieTrompete. Dann sinnt er vor seinen Bildern: vor derSalome des Gustav Moreau, vor den Stichen desLuyken, welche schmerzvergrimmte Heilige auf derFolter zeigen, vor den Zeichnungen des Odilon Redon.Oder er liest in den alten Römern; aber er mag nurjene, welche die Humanisten die schlechten Schrift-steller heissen: Petronius, Marius Victor, Orientius; erschwelgt in ihrer deliquescence , hur faisandage incomplclet alenti, leur style blet et verdi. Von Rabelais und Moliere,von Voltaire und Rousseau, selbst von Balzac will ernichts wissen. Von Flauheit lässt er die Tentaliongelten, von Goncourt die Faustin, von Zola die Faute delabbe Mouret. Edgar Poe, Baudelaire, Barbey dAurevilly,Villiers de lTsle Adam, Verlaine, Mallarme sind seineLeute. Er liebt Schumann und Schubert. Er treibtfleissig Theologie. Einige Zeit will er nur künstlicheBlumen; dann entdeckt er natürliche, welche wiekünstliche scheinen. Wie der Chassel des Maupassant,dieser fou honteusement idealiste, liebt er mit Leidenschaftund Brunst die perversen Bliithen der Orchideen.