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Studien zur Kritik der Moderne
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Kritisches.

Decad ence. Es wird gesagt, dass sie pathologisc h sei,eine neue Mode des Wahnsinns. Aber- so durchausneu und ohne Vermittlung, wie man gerne timt, istsie nicht. Baudelaire singt:

ii O metainorphose mystiqueDe tous mes sens fondus en uu!

Son haieine fait la musique,

Comme sa voix fait 1c parfum.n

Und hei E. T. A. H offmann finde ich die folgenden.Stellen:Nicht sowohl im Traume als im Zustandedes Delirirens, der dem Einschlafen vorhergeht, vor-züglich wenn ich viel Musik gehört habe, finde icheine Uebereinkunft. der Farben, Töne und Düfte. Eskommt mir vor, als wenn alle auf die gleiche ge-heimnisvolle Weise durch den Lichtstrahl erzeugtwürden und dann sich zu einem wundervollen Konzertevereinigen müssten. Der Duft der dunkelrothen Nelkenwirkt mit sonderbarer magischer Gewalt auf mich;unwillkürlich versinke ich in einen träumerischen Zustandund höre dann, wie aus weiter Ferne, die anschwellendenund wieder verfliessenden tiefen Töne des Bassethorns.Und der Kapellmeister Kr eisler schreibt an Wallborn:auch hatte ich gerade ein Kleid an, dessen Farbe inCismoll geht, weshalb ich zu einiger Beruhigung derZuschauer einen Kragen aus FJur-Farbe darauf setzenlassen.*) Die Erscheinung ist also nicht gerade vongestern und heute. Wenn sie es wäre, so wäre darum,wie ich meine, noch nicht unbedingt ihre Krankheitbewiesen. Jules Soury behauptet, dass die Griechender ältesten Zeit überhaupt keine Farben sahen, dassihnen der Himmel nicht blau und die Bäume nichtgrün und die Lippen nicht rotli waren, dass in ihrenbarbarischen Augen die ganze Erde als ein grauesEinerlei erschien**). Gladstone bestätigt diese Meinung.

*) llempel V S. 49 und VI S. 18(5.

**) Anatole France, La vie liUcraire. Denxihne Serie.Che-i Calman Levy.