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Studien zur Kritik der Moderne
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Die Deo a denc e.

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das Wollen acliten sie gering und nur den Vorrath,welchen sie jeweilig auf ihren Nerven finden, wollensie ausdriickeu und mittheilen. Das ist ihre Neuerung.Sie befremdet die Alten, welche nicht bloss mit denNerven leben; sie können es nicht begreifen, dass das,Nervöse nun auf einmal alle andere Kraft und alleandere Freude aus dem Menschen verdrängt habensoll. Sie können es um so weniger begreifen, weil dieNerven, welche die Jungen ausdriickeu, ganz anderesind, als die Nerven, welche die Alten besitzen. Dieseneuen Nerven sind feinfühlig, weithörig und vielfältigund theilen sich unter einander alle Schwingungenmit. Die Töne werden gesehen, Farben singen undStimmen riechen. Die Alten behaupten, dass das keineErrungenschaft, sondern bloss eine Krankheit sei,welche die Aerzte laudition coloree nennendasfarbige Gehör, sagen die Aerzte, ist eine Erscheinung,die darin besteht, dass auf den Reiz eines einzigenSinnes hin zwei verschiedene Sinne zugleich thätigwerden oder mit anderen Worten, dass der Ton einerStimme oder eines Instrumentes sich in eine charakte-ristische und zwar immer in dieselbe Farbe umsetzt.So geben gewisse Personen eine grüne, rothe odergelbe Farbe jedem Laute, jedem Tone, der an ihr Ohrschlägt. *) Genau ebenso, vollkommen nach derSchilderung der Aerzte, sagt Rhene Ghil **), dass jederVokal seine Farbe hat, dass das a schwarz, das eweiss, das i roth, das u grün, das o blau ist; dass dieHarfen weiss, die Geigen blau, die Flöten gelb unddie Orgeln schwarz klingen; dass das o Leidenschaft,das a Grösse, das e Schmerz, das i Feinheit undSchärfe, das u Räthsel und Geheimniss und das rWildheit und Sturm mittheilt. Das ist die Poetik der

*) J. Baratoux, Le Progres medical, 10. Dec. 1887.

**) Rhene Ghil , Tratte du verbe avec avant-dire de StephaneMallarme. Che% Alcan Levy.