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Studien zur Kritik der Moderne
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Die Zukunft der L i 11 c r a t u r.

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Bühnenautoren wetteifert. Die erzählende Litteraturwird also in der Zukunft wahrscheinlich ganz in demdie Tagesereignisse berichtenden Journalismus einer-seits, in der Memoirenlitteratur andererseits aufgehen.Die Bühne wird vielleicht ausschliesslich jenes Genrepflegen, das wir heute noch mit einer starken Gering-schätzung ansehen, die Dramatisirung actueller, sensatio-neller Ereignisse. An die Stelle derJungfrau vonOrleans wird eine neue Gabriele Bompard treten undan jene desweisen Nathan irgend ein populärerAntisemitenhäuptling. Das Ende wird aber seinso scheint mir dass die Litteratur überhaupt auf-hört und mit ihr der Schriftstellerstand. Es wirdschliesslich nur noch Tagesblätter geben, deren Bericht-erstatter Jedermann sein wird auch dazu haben wirbereits vielversprechende Anfänge und die Stückewerden sich wohl die Schauspieler, schon im Interesseihrer Köllen selbst schreiben. August Niemann hatdas hübsche Wort:Die Litteratur eines Volkes istdas Pioduct seiner Anschauungen und seiner Sittenund sie beruht auf den auch für die öffentliche Redegütigen Grundsätzen der Schmeichelei. Ferner ist zubedenken, dass die Schriftsteller sich zwar insofernvon der übrigen Menschheit unterscheiden, als sie imAllgemeinen mehr Geist und weniger Geld haben, aberkeine Ausnahme von der Regel bilden, dass in allenBerufsklassen die Mittelmässigkeit in der Majorität ist.Was wir den Charakter, den Geist, die Tendenz einerbestimmten Litteratur nennen, ist in Wirklichkeit diejeweils vorherrschende Richtung der Schriftsteller näm-lich der Mehrheit, das heisst: der Mittelmässigkeit.Welcher Art die Litteratur ist, das hängt immer davonab, in welcher Weise die Litteraten dem Publikum amwirksamsten schmeicheln zu können glauben; dennNiemand will schreiben, was nicht gelesen wird, gelesenund auf der Bühne dargestellt wird aber nur, was gefällt.

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