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Kritisches.
Dennoch ist es immerhin ganz lustig, in demschmalen Büchlein ein Viertelstündchen zu blättern.Es ist da manches gefällige Wort, manche wunderlicheMeinung. Julius Stinde schreibt bündig: „Was dieZukunft der deutschen Litteratur sein wird, weiss ichwirklich nicht und wenn Sie mich todtprügeln.“Ludwig Fulda sagt: „Ich meine, wir sollten mit red-lichem Fleiss, mit völliger Hingabe und möglichsterSchaffenskraft an der Gegenwart arbeiten und unsweniger darum bekümmern, was wir von der Zukunfthalten, als was die Zukunft von uns hält.“ HermannSudermann schreibt: „Das Einzige, was ich von meinemStandpunkte aus hierzu zu sagen wüsste, wäre: BildeKünstler, rede nicht!“ Hans Hoffmann erklärt: „Vonder Zukunft der deutschen Litteratur weiss ich so viel,wie von Herrn Schwerttlein’s Tod. Wollen Sie etwasSicheres erfahren, so halten Sie Umfrage bei dendeutschen Müttern, ob etwa Eine oder die Andere vonihnen ein Genie geboren hat oder demnächst zu ge-bären gedenkt.“ Rudolf Baumbach singt: „Wie lebtdas deutsche Schriftthum künftig fort? Der Weiseschweigt, der Augur hat das Wort.“
Grosse und seltene Gedanken sind in den Briefenvon Sacher - Masoch und August Niemann. Sacher-Masoch glaubt, „dass eine Weiterentwickelung derrealistischen Richtung in der Zukunft endlich jedeErfindung über Bord werfen wird. Wenn man heutenoch eine erfundene Handlung in einer bis in diekleinsten Einzelnheiten der Wirklichkeit abgelauschtenDarstellung gibt, so wird man dann überhaupt nurwirklich Geschehenes erzählen, schildern, dramatisiren.Täglich finden wir in Londoner und Pariser ZeitungenEreignisse des Tages in einer Weise erzählt, welcheeine durchaus literarische ist und bald mit den Schilder-ungen der besten Romanschriftsteller, bald mit denwirksamsten dramatischen Scenen der beliebtesten