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Studien zur Kritik der Moderne
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Die Zukunft der L i 11 c r a t u r.

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das eilig iiachgemaclit, aber kein, Mensch kümmertsich um seine «Enquete»*), die seit sechs Monaten er-schienen ist. Beide wollen das Gleiche. Der Deutschecopirt den Franzosen. Aber das Buch des Franzosenist ein Docnment der Zeit geworden und das Buch desDeutschen ist ohne Werth. Das kommt ganz einfachdaher: der Franzose hat sein Buch selber gemachtund der Deutsche hat es sich machen lassen. DerFranzose ist bei den Künstlern herum und hat ausJedem seine heimliche Natur gezogen; nicht, was sieihm sagten, sondern Avie er sie sah und aus leisenZeichen, aus der Ordnung der Möbel, aus der un-bedachten Weise des Empfanges, aus einer lässigenGeste, aus der ganzen Luft der Blicke und der Töneerrieth und einen Jeden gleichsam im Nachthemdüberraschte, das ist das Verdienst seiner Schrift. DerDeutsche hat ihnen einfach einen Bogen mit ein paarFragen geschickt und da schrieb dann Jeder seineMeinung, die rvir längst kennen, und Avir erfahrennichts Neues. Das ist der Unterschied zwischen derKunst und dem Handwerk.

Aber selbst als HandAverk taugt das Buch nichtviel. Es ist schlecht gemacht. Es hat keinen Plan.Es hat kein Princip. Der Zufall bestimmt es. Geradedie Grössten fehlen: Spielhagen, Wilhelm Raabe, Speidel,Ferdinand v. Saar, dieEbner-Eschenbach, Ossip Schubin,Fontane; und Avenn Herr Richard Greiling, ein Advocat,der ein Stück geschrieben hat, über drei lange Seitenreden darf, so möchte man doch auch eine Zeile vonConrad Ferdinand Meyer. Herr Grottewitz wird sagen:es ist nicht seine Schuld; er kann eben Niemanden ziirAntwort zAvingen. Aber dann lasse er künftig vonsolchen Werken: denn das allein ist ja das Geschäftund alles Talent des Reporters, Antworten zu kriegen,die nicht zu kriegen sind.

*) Berlin, Max H o c li s p r 11 n g.