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Studien zur Kritik der Moderne
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Die Zukunft der Litteratur.

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in die Kunst. Nichts bleibt verschont. Man nehmedas Theater und die Kritik: das Interview hat dieAesthetik verdrängt. So lange sich der Kritiker nochals Herr und Kichter fühlen durfte, der das Für undGegen aller Argumente wog und prüfte und entschied,das waren die schönen Tage des kritischen Feuilletons.Aber neben seiner ernsten, gewichtigen, gern einbischen umständlichen Würde regte sich bald, ganzleise und bescheiden, ohne Harm und Arg und mitaller erdenklichen Ehrfurcht vor seiner gestrengenHerrlichkeit, in verschmitzter Demuth, die Soireeiheätrale, der kurze, leichte, muntere Bericht, über dieToiletten auf und vor der Bühne, über die Stimmungdes Hauses von Akt zu Akt, über allen Klatsch undTratsch der Gaffer und der Gecken, der in den dreiStunden der Premiere aufgewirbelt wird. Und heuteist vor, neben und nach der kritischen Studie, dietäglich an Geltung verliert, verkürzt und nur so ausRespekt vor der Ueberlieferung gerade noeh geduldetwird, ein Dutzend von raschen, knappen, hastigenReporten: da wird der Dichter um seine Absichten,Hoffnungen und Wünsche interviewt, da stellt derDirector seine Prognose, da werden die Schauspielerüber ihre Rollen vernommen, man sammelt die Sprücheder Kritik, man fragt die Collegen der anderen Schulen,man horcht die five o doch aus, und dann mag sicham Ende der Dichter selber noch ein letztesmal derneidischen Verleumdungen erwehren.

Der Leser treibt in dieser Richtung immer weiter:es ist ihm amüsanter, tausend Meinungen auf einmalzu hören, als tausendmal die eine Meinung, die dergeschätzte Theater-Referent seit dreissig Jahren un-erbittlich jede Woche wiederholt, durch neun langeSpalten. Und vielleicht wird der Geschmack undGeruch, die besondere Sensation einer Kunst und einesKünstlers auch wirklich deutlicher und suggestive]-