Kritisches.
ganzes Verhältuiss zur Welt zurecht legte, wie sie denäusseren Wirkungen innerlich zu antworten gewohntwar; und jedes Zeichen, das sie verrieth, ob sie esnun in der Mode der Möbel oder der Trachten oderder Künste fanden, war ihnen gleich willkommen. Siestellten die Gruppe der bistoriens de la Vie Morale, wiesie Bourget genannt. Stendhal ist ihr Ahnherr, undihr bestes Beispiel ist Taine.
Wenn wir heute von unserem Geschmacke aus diebeiden Phasen vergleichen, so kann uns die Wahlnicht schwer fallen, für welche wir uns entscheiden.Die erste mit ihrem blinden Götzendienst einer abso-luten Kunst, die von ihren ewigen, unabänderlichenGesetzen keine Abweichung verträgt, mit der unduld-samen Acht über jede Neuerung, gegen alle Entwicklung,mit der eingefrorenen Unbeweglichkeit, aus der allesLeben floh — das kommt uns heute grenzenlos dumm,grotesk und abgeschmackt vor, und wir müssen unslange erst durch den starken Zwang des historischenVerständnisses beträchtlich zurück schrauben, um nurüberhaupt ihre Möglichkeit allenfalls zuzulassen undsie nicht von vorneherein bloss als wirren Spuck einerwunderlichen Krankheit zu behandeln. Die andere istunserem Geiste näher. Wir begreifen sie leicht undohne Widerspruch. Es ist nichts an ihr, uns zu be-leidigen, uns zu empören, rvider sie herauszufordern.Wir haben ihr nichts vorzuwerfen, das gegen unserenGeschmack verstiesse, das unser Wunsch anders ver-langte. Wir brauchen uns nicht erst mühsam Gewaltanzuthun, um uns in sie zurückzukonstruiren. Wirfinden alles in bester Ordnung an ihnen, den Satzungenunserer Vernunft gemäss. Wir können sie überall ab-klopfen und getrost Stück für Stück prüfen, es istnichts Morsches, Brüchiges und Faules. Eigentlich,wenn wir uns das alles genau überlegen, eigentlichsollten wir ganz entzückt von ihr sein. Bloss,