einander, bei welchen Gelegenheiten Pfadfinder ihren Gemüths-znstand untersuchte! die Unterredungen waren aber stets kurz undselten. June schlief in einer der Hütten, wo sie ihr Haupt sichernicderlcgen konnte, denn sie war sich des Schutzes eines Freundesbewußt, obgleich Pfadfinder sich jede Nacht auf eine anliegendeInsel, auf der er sich selbst eine Wohnung gebaut hatte, zu-rückzog.
Mit dem Ablaufe des Monats war jedoch die Jahreszeit zuweit vorgerückt, um Junc's Lage angenehm zu machen. DieBäume hatten ihre Blätter verloren und die Nächte wurden kaltund winterlich. Es war Zeit zur Abreise.
Da erschien auf einmal Chingachgook wieder. Er hielt mitseinem Freunde eine lange und vertrauliche Unterredung auf derInsel. June war Zeuge ihrer Bewegungen und sah, daß ihr Be-schützer sehr betrübt war. Sie schmiegte sich an seine Seite undsuchte mit weiblicher Zartheit und weiblichem Instinkt seinen Kummerzu lindern.
„Ich danke dir, June, ich danke dir!" sagte er; „du meinstes gut, aber es ist umsonst. Doch es ist Zeit, daß wir diesenOrt verlassen. Morgen wollen wir abreiscn. Du gehst mit uns,denn du bist jetzt wieder zur Vernunft gekommen."
June gab in dtr demüthigen Weise einer Indianerin ihre Zu-stimmung und zog sich zurück, um die ihr noch übrige Zeit beiArrowhead's Grabe zuzubringen. Ohne Rücksicht auf Stunde undJahreszeit, brachte sic die ganze Herbstnacht ihr Haupt auf keinenPfuhl. Sic saß in der Nähe der Stelle, welche die irdischen Resteihres Gatten barg, und betete in der Weise ihres Volkes für seinGlück auf dem endlosen Pfade, den er erst jüngst angetreten hatte,und für ihre Wiedervereinigung in dem Lande der Gerechten. Sodemüthig und niedergedrückt sie auch in den Augen des Gedanken-losen erscheinen mochte — das Bild Gottes war in ihrer Seele,nnd sie verkündete ihren göttlichen Ursprung durch die sehusuchts-