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zu lassen; „bei ihm ist der Fall anders. Hinsichtlich der Ver-sorgung und der Liebe findet kein großer Unterschied zwischen unsstatt, denn der Junge ist mäßig, fleißig und sorgsam. Auch ist ersehr unterrichtet, kann französisch, liest viele Bücher, darunter aucheinige, die Sic wie ich weiß, selbst gerne lesen, und kann Sieallezeit verstehen, was vielleicht mehr ist, als ich von mir selbstsagen kann."
„Wozu dieß Alles," unterbrach ihn Mabcl ungeduldig —„warum sprecht Ihr jetzt, warum sprecht Ihr überhaupt davon?"
„Dann hat der Junge eine Art, seine Gedanken auszudrücken,in der ich es, wie ich fürchte, ihm nie gleich thnn kann. Wennes etwas auf Erden gibt, was meine Zunge kühn und beredt machenkann, Mabel, so sind Sie es, und doch hat Jasper bei unfern letztenGesprächen auch in diesem Punkte mich übertroffen, so daß ich michvor mir selbst schämen muß. Er sagte mir, wie einfach, wie red-lich und gütig Sie wären, und wie wenig Sie der Eitelkeiten derWelt achteten; denn obgleich Sie die Gattin von mehr als einemOffizier werden könnten, wie er meint, so hielten Sic doch fest anIhrem Gefühle, und zögen es vor, sich selbst und der Natur treuzu bleiben, als nach dem Rang einer Obristenfrau zu trachten.Er hat mir in der That das Blut ordentlich warm gemacht, alser von Ihrer Schönheit sprach, auf die Sic gar nicht einmal zusehen schienen, und wie Sie so natürlich und aumuthsvoll gleich einemjungen Reh dahin schritten, ohne es selbst zu wissen; dann von derRichtigkeit und Gerechtigkeit Ihrer Gedanken und der Wärme unddem Edelmuth Ihres Herzens —"
„Jasper!" unterbrach ihn Mabel und ließ nun ihren Gefühlen,die um so unbezwinglicher zum Ansbruch kamen, je länger sieniedergedrückt worden waren, den Zügel schießen; sic fiel in dieoffenen Arme des jungen Mannes und weinte wie ein Kind nndfast eben so hilflos an seiner Brust. — Jasper! Jasper! warumhabt Ihr mir das verborgen?"