dem Gesänge der Vögel: und erst in meinem letzten Schlummerkam es mir vor, ich wäre auf dem Niagara und hielte Madel inmeinen Armen, mit welcher ich lieber über den Fall hinunterstürzte,ehe ich von ihr lassen wollte. Die bittersten Augenblicke, welche mirje vorkamen, waren die, wenn der Teufel oder vielleicht ein Mingo-zauberer meinen Träumen die Vorstellung bcimischte, daß Mabelfür mich durch irgend ein unerklärliches Unglück — durch denWechsel der Dinge oder Gewalt — verloren gegangen sey."
„O Pfadfinder! wenn Euch das schon im Traume so bitterdünkt, wie muß es erst dem sehn, welcher es in Wirklichkeit fühltund weiß, daß alles wahr, wahr, wahr ist? So wahr, um keinenFunken Hoffnung znrückznlassen — nichts zurückzulassen, aks dieVerzweiflung!"
Diese Worte entquollen Jasper wie die Flüßigkeit einem plötz-lich geborstenen Gefäße. Sie entglitten seinen Lippen unwillkühr-lich, fast unbewußt, aber mit einer Wahrheit und einer Tiefe desGefühls, daß sich die Aufrichtigkeit derselben nicht bezweifeln ließ.
Pfadfinder blickte seinen Freund in wirrer Ueberraschung eineMinute lang an; dann tauchte ihm, ungeachtet seiner Einfachheit,«in Strahl der Wahrheit auf. Wir wissen, welche verstärkendeBeweise sich in dem Geiste häufen, sobald er einen bestimmtenSchlüssel zu einer unerwarteten Thatsachc gefunden hat: wie schnellunter solchen Umständen der Flug der Gedanken ist, und wie raschden Vordersätzen die richtigen Folgerungen sich anrcihen. UnserHeld war von Natur so zuversichtlich, so gerecht und so geneigt,zu glauben, daß alle seine Freunde ihm ein gleiches Glück gönnten,wie er eS ihnen wünschte, daß bis zu diesem unglücklichen Augen-blick nie eine Ahnung von Jaspers Liebe zu Mabel in seiner Brustaufgctaucht war. Er war aber jetzt zu erfahren in den Regungenwelche eine solche Leidenschaft bezeichnen; auch machten sich dieGefühle seines Gefährten zu heftig und zu natürlich Luft, um denbraven Wegweiser länger im Zweifel zu lassen. Er fühlte sich