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2 (1846) Der Pfadfinder oder das Binnenmeer
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Murr, welcher ihn bei Seite führte, um eine geheime Besprechungmit ihm zu halten. Das Benehmen des Quartiermeisters trug dasGepräge einer übcrgcbührlichen Höflichkeit, welche fast immer derArglist als Hülle bient; denn während Physiognomik und Phreno-logie im besten Falle hinkende Wissenschaften sind, und vielleicht zueben so vielen falschen als richtigen Folgerungen führen, so haltenwir es für das untrügliche Zeichen einer unredlichen Absicht, offeneHandlungen ausgenommen wenn ein Gesicht immer lächelt, odereine Zunge übermäßig glatt ist. Mnir hatte im Allgemeinen vielvon diesem Ausdruck an sich, obschon sich einige scheinbare Frei-müthigkeit mit demselben verband, welche durch seine derbe schottischeStimme, seinen schottischen Accent und seine schottische Ausdrucks-weise auf eine eigenthümliche Art gehoben wurde. Er verdankteseine Stellung in der That einer lang an den Tag gelegten Erge-benheit gegen Lundie und seine Familie; den» wenn auch der Majorzu scharfblickend war, um sich von einem Manne täuschen zulassen, der so weit an wirklichen Kenntnissen und Talenten unterihm stand, so liegt es doch in der Natur der meisten Menschendem Schmeichler freigebige Zugeständnisse zu machen, selbst wennsie seiner Aufrichtigkeit mißtrauen und seine Beweggründe vollkom-men durchschauen. Bei der gegenwärtigen Gelegenheit versuchtenzwei Männer gegenseitig ihre Gewandtheit, welche sich in de»Grundzügen des Charakters so verschieden verhielten, als nur immermöglich. Pfadfinder war so einfach, als der Quartiermeister ver-schlagen, so aufrichtig, als der andere falsch, und so unbefangen,als der andere schleichend. Beide waren besonnen und berechnendund beide muthig, obgleich in verschiedener Art und in verschiede-nem Grade, da sich Mnir nie einer persönlichen Gefahr aussetzte,wenn er nicht seine eigenen Zwecke dabei hatte, während der Pfad-finder die Furcht unter die Vcrnunftschwächen zählte, oder als einGefühl betrachtete, welches nur zuläßig sey, wenn etwas Gutesdabei herauskomme.