Druckschrift 
2 (1846) Der Pfadfinder oder das Binnenmeer
Entstehung
Seite
169
Einzelbild herunterladen
 

169

Wie?" sagte Pfadfinder, indem er ans seinen Gefährten mitdem Ausdruck des Zweifels blickte, als ob er seine Meinung nichtverstanden hätte.

Ich sage nicht gerade jünger an Tagen und Jahren, aberIhr seht kräftiger und sehnigter ans, als Jasper oder einer vondiesen; und es wird noch in dreißig Jahren mehr an Euch seyn,als an allen diesen Burschen zusammen genommen. Ein gutesGewissen macht einen Mann, wie Ihr, sein ganzes Leben überzu einem Jüngling."

Jasper hat so ein reines Gewissen, als irgend ein Jünglingvon meiner Bekanntschaft, Sergeant; und wird sich deßhalb wahr-scheinlich so lang jung erhalten, als nur irgend einer in den Colonien."

Zudem sehd Ihr mein Freund," er drückte dabei die Hand desAndernmein erprobter, geschworener und langjähriger Freund."

Ja, wir sind nun Freunde, fast an zwanzig Jahre, Ser-geant, ehe noch Mabel geboren war."

Ganz recht ehe noch Mabel das Licht erblickte, warenwir schon geprüfte Freunde, und das Weibsbild wird sich dochnicht einfallen lassen, einen Mann ausznschlagen, der schon ihresVaters Freund war, ehe sie zur Welt kam?"

Wer weiß, Sergeant, wer weiß. Gleich und gleich geselltsich. Junge ziehen die Gesellschaft der Zungen, und Alte die Ge-sellschaft der Alten vor."

Das ist nicht so bei den Weibern, Pfadfinder. Ich habe nochkeinen alten Mann gesehen, der etwas gegen ein junges Weib cin-zuwenden gehabt hätte. Zudem sehd Ihr geachtet und geschätztvon jedem Offizier im Fort, wie ich bereits gesagt habe, und eswird ihr schmeicheln, einen Mann zu lieben, den alle Andern lieben."

Ich hoffe, daß ich keine andern Feinde habe, als die Mingos,"erwicderte der Wegweiser, indem er sich die Haare niederstrich undgedankenvoll weiter sprach.Ich hab's versucht, recht zu handeln,und das muß Freunde machen, obscho» es bisweilen auch fehl schlägt."