Nachlese
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ligkeit, Wohlwollen (csiaritv) haben, so habt»hr Ungeheuer, unfähig zur menschlichen Gesellschaft.
Den meisten Menschen fehlt Zeit, Gelegenheit,und Fähigkeit, Conclusionen aus ihren Prinzipien zuziehen, und Moralität auf menschliches Wissen zugründen. Allerdings ist Rom. i, 20. wahr, aber
dies wird nur von denen gesehen, die ihre Augenöffnen, und diese Dinge genau sehen. Durch dieganze Welt hin sind nur wenige solche genaue Beob-achter und Forscher, wenige, die sichs zum Geschäftmachen, Meynungcn zu zergliedern, und sie bis zuihrer Quelle zu verfolgen; zu untersuchen, woherWahrheiten entspringen, und wie sie sich aus einan-der entwickeln. Kurz, alle Menschen sind voll Opi-nionen, Wissenschaft ist in Wenigen.
Die Menge können keine Philosophen seyn,d. i. Dinge in ihren Ursachen Ansehen. Allenthalbensehen wir, daß alle Geschäftsleute nach Regeln undSchlüssen handeln, deren Theorie sie nicht ergründen,z. B. Gründe der Geometrie und Arithmetik. Soauch in Moral, Politik und Religion. FrühgefaßteRegeln, nicht Opinioncn, bringen die besten Effektehervor. — Man, sehe ringsum sich.
Der Unterschied zwischen Vorurtheilen und an-dern Meynungen, besteht nicht darinnen, daß jenefalsch sind, diese wahr; sondern daß jene auf Treuund Glauben angenommen, diese durch vernünftigeUeberlcgung erlangt sind. Wer die Unsterblichkeit derSeele auf Glauben annimmt, hat eine eben so wahreNotion, als der sich m diese Mcynung raisonnirt hat.