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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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510
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Nachlese

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feinsten Wendungen des Styls, sich durch gute Vor-bilder mehr als durch zwingende Regeln zu vereini-gen, und die Bekanntschaft dieser Muster mit wäh-lender Sorgfalt weiter umher zu verbreiten. Dader Geschmack unsres Vaterlandes noch nichts weni-ger als bestimmt und sicher ist, indem in man-chen Gegenden das Schlechte dem Guten gleichoder wohl gar höher als dieses geschätzt wird, undbey der großen Menge schlechter Schriftsteller, diedennoch Leser und Nachahmer finden, sich unsre neue-re Literatur einer neuen Barbarey zu nähern schei-net; so muß jedem Manne von Geschmack jede öf-fentliche Anstalt willkommen seyn, die ohne Despo-tismus, aber Mit der ganzen Würde der Vernunftund Wahrheit, dem Bessern vor dem Schlechtemihre Stimme giebk, Jenes mit Ruhme nennet unddieses verschweiget, überhaupt aber in allen Feldernder Wissenschaft, die zum Wohl des Vaterlandes ge-hören, die noch ungebauten Platze sowohl, als dieglücklich angebaueten patriotisch bemerket, mithindem Geschmack der Deutschen eine Ausbreitung,Richtigkeit und Festigkeit zu geben sucht, die ihmvielleicht noch fehlet. Die übertriebene Nachahmungs-sucht andrer Nationen, die man uns zur Last legt,würde dadurch eingeschränkt und in eine Nacheiferungverwandelt, die in einer Masse gesammleter Kräftenicht anders als von gutem Erfolg seyn könnte.Eine Menge Unkraut verlöre sich, wenn edlere Ge-wächse allein die öffentliche Aufmerksamkeit ansich zogen und den Anbau fänden, der ihnen ge-bühret.