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-Nachlese
Rechten und Linken. Das Urtheil unsres Verstan-des und Gewissens giebt uns allein einen festen Wegzwischen bcyden. Daß im gemeinen Leben Sprüch-wörter selten angeführt oder ausgcdruckt werden, hatkeinen andern Grund, als daß wir das Bekannteste,Gewisseste voraussetzen, nicht aber buchstabirend an-führen. Zn unserm Innern liegen diese Machtchrü-che des Verstandes und Herzens als unwandelbareAxiome, nach denen wir handeln, ob wir sie gleichnicht predigen, wie ja jeder organische Bau von aus-sen nur das'Aeußere, Organe der Mittheilung, zeigt,das Innere aber, die wirksame Triebfedern unscrSlebendigen Seyns, verbieget.
Was Perrault über die Sprüche der siebenWeisen sagte, war Unverstand der Sache und Zeit.Wer berichtete ihn denn, daß sie diese Sprüche im-mer im Munde geführt, daß sie nur diese und keineandre gesagt haben? Und dann, da sie Gesetzgeber,Volksleiter waren, wer mit dem mindesten Aufwandedas auszurichten vermag, was andre mit vieler An-strengung zu erreichen nicht vermögen, ist Er nichtder größere Ausrichter? In der wahren Weiskeitdes Menschlichen Lebens kommt es gewiß nur aufsehr Weniges an; nur daß dies Wenige strenge be-folgt werde. Ist der Mittelpunkt und Radius gege-ben, ziehe ich den Zirkel. Fenelon kehrte sichvlso an Perrault nicht, da er seinem königlichenZöglinge die trefflichen Aussprüche der griechischenWeisen bekannt machte; kein Kenner des menschli-chen Geistes und Herzens wird sich daran kehren.Alle moralische GeMÜther fanden an sinnreichen Sprü-chen der Art ihr inniges Gefallen; und von Potha-> goras an haben treffliche Menschen sie thätig einge-