schärfet. Sie enthalten, wie Steuchus sie nennt,die percnnirende Philosophie (xsiilosopsiis psrsn-nis), Saamenkörner, die sich in jedem neuen Bo-den, in jeder neuen Jahrszeit neu beleben. DieSammlungen, die Erasmus und Grotius,Neander, Brunk u. a. aus Griechen und Rö-mern gemacht haben, sind, wie sic sich auch nen-nen, goldene Werke, den heitersten Stunden derJugend mit Recht und aus Liebe zu empfehlen,aufs ganze Leben süße Geschenke.
Nicht aber von Griechen und Römern allein,von allen Nationen der Erde wünschte ich ihr Sprüch-wörtcr und Weisheitssprüche gesammlct. Von denmeisten morgenlandischen Völkern hat man derer be-reits eine unschätzbare Ausbeute, die auch uns nichtunbenutzt bleiben sollen; aus andern Welttheilen ent-hüllen uns oft wenige derselben den Charakter derNationen mehr als lange Erzählungen ihrer Besucher.Sie zeigen den Compaß ihrer Lebensführung, undda Wahrheit, Recht und Güte in allen menschlichenGemüthern zwar Eins , ihr Anblick und ihreAnwendung aber tausendfach verschieden sind; werwird sich nicht freuen, Denselben Edelstein auf somancherlep Art brillantirt zu sehen, als es Aeitum-stände, Organisation und Klima zu fordern schienen.Die europäischen Nationen sind in Sprüchen dieserArt unsrer Denkweise näher; auch ihrer Kulturwaren sie Leiterinnen, sowohl in den Künsten derRede als in Bildung ihres Charakters. Der spani-schen Poesie (und welcher andern nicht?) gaben diekskranss Ziel und Weisung. Sanchv mit sei-nen Sprüchwörtern hakte seine Insel weiser undglücklicher regiert, als manche Politik mit ihren ab,