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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Nachlese

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sie in die Schule und lernte. Und wie manches ha-ben andre Nationen von idr gelernet, dessen sie sichals des ihrigen rühmen! Fast in Allem schritt sie inihren glücklichem Zeiten andern Nationen an kühnenVersuchen vor; leider aber mußten es bey ihr mei-stens nur Versuche bleiben. In unsrer ältesten Dicht-kunst z, B. ist der Lehrsinn der Deutschen nicht un-verkennbar? eine überfeine Kunst der Erdichtung, einHimmelhoher Flug der Empfindungen sind nicht ihrVerdienst, wohl aber ein muntrer, fester, ruhigerGeist voll treuer, oft naiver und zarter Wahrheit.Mehrere (unrecht so genannte) Minnesinger, KönigTyco, der Winds deck, Freibank, der Ren-ner, und so viel andre sind feiner Lehrsprüche vollund als das Licht der Wissenschaften mit Erasmus,mit Luther die Reformation, mit Opitz eine neueEpoche der Dichtkunst anbrach; worin waren wirreicher und glücklicher als in Lehre? Lehrdichter sindunser daurendec Ruhm; unsre schönste epigrammati-sche, lyrische, selbst epische Poesie ist Lehre.

Zum Spruch gehört die Fabel. Er will ineiner Begebenheit dargestellt, in einem wirklichen Fallsichtbar gemacht seyn, und wie reich sind wir antreffenden Fabeln ! Oft sagt, nach Deutscher Weisein wenig Worten, das Sprüchwort, die Fabel selbst,oder citirt, treu wie ein Referent, die Veranlassung,bey welcher und von wem das Sprüchwort gesagtward; es giebt uns also auf einmal Frucht undBlüthe. Der alte Geist der deutschen Erzählung istso ganz der ächte Geist der Fabel, daß ich glaube,Aesop selbst würde manche nicht anders als unsrealte Deutsche erzählt haben; so ruhig-heiter, so treuund ernst, oft so schalkhaft-witzig, im Ganzen aber