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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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wer kann sie ohne Lachen, ohne Verdruß und Schaamlesen. Und die förmlichen Expositionen unsrer Rechts-und Staatssachen, die Devotion, mit der wir ver-harren und ersterben, die krausen Züge, die dabeygewählt, die Papierballen, die Menschenleben, diemit und zu dieser unseligen deutschen Kunst verschwen-det werden, die kopflose Steifheit, der Formelnstolz,die pedantische Grobheit und Seclenschläftrey, diedaher ganzen Standen, Eollegien und Aemtccn zurzwexten Natur werden; wer kann und darf diesenWust aussegen? Und doch ist der gerade Vortragder Wahrheit so auffallend-leichter und lichter, indeßdie Verkünstclunq und Verwirrung so viel Zeit,Mühe, Geld und Papier kostet! Doch war die alterömische, die alte deutsche Rechtssprache so kurz undbestimmt, so cdcldreist und (fast möchte ich sagen)erhaben, daß sie für einen Spiegel des scharfen Ver-standes sowohl als biedrer Redlichkeit gelten konnte.Lander, Stande, Städte, Menschen leiden unterdieser langweilig - hochpeinlichen Verkreiselung ; werkann und mag sie andern? Im gesellschaftlichenUmgänge sogar ist Jemanden bey seinem Namen zunennen, Schimpf; Titel und Würden bey Männerund Weibern dürfen allein genannt werden; dem Ohrwie dem Auge wollen wir nur in der Livrei erschei-nen. Wie leicht haben sich andre Nationen dies alteJoch gemacht oder es gar abgcworfcn; der Deutschetragts geduldig. Das Kind schon lernt die Titel:gnädiger Herr Papa, gnädige Frau Mama" stam-meln ; Titel nnd steife Würden gelten uns mehr, alsselbst die kindliche , bräutliche, herzliche, brüderlicheLiebe.