zur Adrastea. 4»5
in ewige Ausgänge von N-n-n, in schleppende ge,in zischende S oder Sch verwandelt. Keine Nationhat das Nennen und Nennen,, das Sprechenund Schreiben selbst dem Laut dieser Worte nachso charakteristisch, d. i. so langweilig-fleißig ansge-drückt, als wir hart- oder weichbenannte Deutscheund Teutschc. Unser Name verräth uns. LangsameTrochäen sind unsre liebste Versart; je langer, jebesser; sie gehen abwärts oder laufen wie ein Spul-rad von selbst ab und hinunter. Wbrto, die in an-dern Sprachen ein fröhlicher Aufruf sind: /iruür,onör, pista, Uonsstack und f. sind Key uns ein-und zusammensinkende oder gar wispernde Namen:Liebe, Ehre, Frömmigkeit, Ehrlichkeit u. f.Das I und E auf den Lippen, das S und Sch anGaum und Kähnen sind unsre Licblingslaure gewor-den ; und wer der Sprache aufhelfen will, sprichtöhrlich, Och re, daß man hinweglaufen möchte.Affektirt setzt man das ge vor die Worte, und lassetdas En und En zischend ausgehn. Wo ist in die-ser Zurichtung die Kraft- und Heldcnsprache, aufdie unsre Vorfahren so stolz waren?
Welche Nation in Europa hat sich die Anrededer Menschen und Stande an einander erschwert und«erkünstelt wie die Deutsche? Nicht nur die lang-weilig-abgeschmackten Titulaturen, mit denen wir einSpott aller Nationen sind, und deren wir dennochnicht entrathen mögen, sondern der ganze Bau unsreröffentlichen Anreden, Zuschriften, Verhandlungen u. f.zwingen uns in Knechtsfesseln zu sinnlos - herrchelndenKnechtsgeberden. Unsre demüthige Bittschriften unddie gnädige oder allergnadigste Resolutionen darauf,