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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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mißleitende Sterne, nach denen sich Alles kehrt undwendet, Irrwische oder Polarsterne. Jahrhundertelang hat oft Ein sinnloses Wort den menschlichenVerstand aufgehalten, belhört, betrogen; Eine neueglückliche Combination, ein neues Wort schuf ihmeine Welt voll neuer Ansichten; es organisirteseine Begriffe zu hellerer Wahrheit.

Was im Reich der Wahrheit gilt, gilt kräftigernoch im Reiche des Rechts und der Sitten.Geboren treten wir in eine gebildete oder mißbildeteGesellschaft ein: unsre ersten Begriffe über sittlicheGegenstände und Verhältnisse empfangen wir, da sieihrer Natur nach unsichtbar sind, durch Worte. Wiemächtig wirken diese sittliche Worte! unauslöschbarbleiben sie im Gemüth und formen Charaktere, Ge-wohnheiten, Sitten, auf immerhin bildend oder miß-bildend. Zaubcrtöne sind die Laute:das ist schön,edel, honett, rühmlich!" oder gegentheils:o wiehäßlich, wie schändlich!" Eine widrige oder verach-tende Gcberde, so wie bey anständigen Dingen einLaut der Bewunderung, ein billigendes Wohlgefallen vorm Auge der Unmündigen, im Ohr der Kin-der sagen sie mehr als lange Collegien über die Mo-ral. Den Geist ganzer Gesellschaften, Familien,Aemter und Stande bilden oder mißbilden sie; anihnen erhalt sich die schönste Zier der Menschheit, diemoralische Grazie, oder wird durch sie ver-scheucht, verunziert, abgeschmackt verderbet. Wasfolgt hieraus? Zuerst dieses. Jede Bemühung desmenschlichen Verstandes, allgemeine, besonders sitt-liche Begriffe von Unsinn zu reinigen, sie in ihrerwahren Bedeutung festzustellen und zum bessern Ge-