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Nachlese
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Briefe,
den Charakter der deutschen Spracheb et reffend.
Erster Brief.
Kein Volk, mein Freund, das je zu einigerKultur gelangte, konnte bildlicher Vorstel-lungen entbehren; die Sprachen der Wilden selbstsind voll von Allegorien, d. i. von übertragnenBegriffen, von Versuchen, sich im Körperlichen dasGeistige, im Besonder» das Allgemeine abzubildenund zu bezeichnen. Die ganze Form der menschli-chen Organisation und Denkart vermag es nicht an-ders.
Mit mancherlcy Sinnen und Seelenkraften, diedem ersten Anblick nach unvereinbar scheinen, neh-men wir um uns ein ungeheuer vielarliges Weltallwahr, und eignen uns dasselbe mit solcher Innigkeitzu, daß wir über die Kraft in uns, die sich ausund in Allem ein Eins schaffet, erstaunen. JederSinn vereint und sondert; aus allen vereint derinnere Sinn die Empfindung und lautert, wasihm Jene zuführen. Die schaffende E in bi l dun gs-kraft (ein wunderbares Vermögen) entwirft undruft aus allem Empfundenen neue Gestalten mit un-glaublicher Schnelle und Leichtigkeit hervor, knüpft