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Nachlese
1. Das griechische Theater war Gesang. Da-zu war alles eingerichtet, und wer Dies nicht ver-nommen hat, der hat vom griechischen Theater nichtsgehört. Gabe uns nun Jemand ein Stück, worinvom melodischen Sylbenbau der Griechen und dessenWirkung nichts zu verncbmen wäre, worin der Ver-fasser die Worte, die Klange, selbst des Chors, dieallein für die Musik eingerichtet waren, uns in lan-gen Reden, in der taumclndsten Sprache, in derder Sprechende nie zu Athem, der Hörende nie zumVernehmen kommt, zu hören gäbe; machte das Stückwohl einen andern Eindruck, als der Tanz Tolltrunk-ner, die ohne Musik tanzen, und sich in mächtigenPerioden in dithyrambischen Phrasen die Brust zer-arbeiteN? „Sprachen die Griechen wirklich also?"Glaube nichts davon. Es ist des Schriftstellers zu-sammengeraffte, der Musik entwandte Phrasensprache,eine Schulübung.
Wer kennet nicht die gänzliche Verschiedenheitdes Gesanges und der Rede? Wer weiß nicht, wieTöne die Stimme erheben? Wie Melodieen denAusdruck verständlich machen und umbildcn? Rohalso, unserm Organ zuwider, in die tragische Gesan-gesart der Griechen tappen und sie zu einer widcrsin-nig-declamatorischen Rede machen, hieße dem Apcllo«i seine Lever greifen, ihre Saiten zersprengen, undMit den übriggebliebcnen Fäden umkerraftn.
2. Das griechische Theater war ursprünglich got-tesdienstlich. Aus Gesängen dieser Art erwach-sen, behielt es eine alte Verehrung gegen Lrak.l,Götter, Heroen und alles Heilige bcy. M't Ebr-furcht wurden ihre Fabeln behandelt; mit Schonung