Homer und Ossian.
F. Vorausgesetzt also, daß Du die griechischeMythologie nicht herabsetzen, nicht kranken willst —
A. Auf keine Weise; ich halte sie für die ge-bildetste der Welt.
F. Vorausgesetzt, daß Du bie Regel des grie-chischen Geschmacks in Kunst und Dichtkunst nichtverkennst —
A. Ich weiß, was wir ihr zu verdanken ha-ben. Bildende Kunst und eine Philosophie der Künstewar unter dem nordischen Himmel nie zu Hause.
F. Vorausgesetzt also, daß Du keinen barba-rischen, nordischen Unqeschmack weder in Tönen, nochsonst in Worten und Werken aufzubringen Lust hast —
A. Ich habe schon bezeugt, daß ich Rohesroh aufgekragen nirgendher wünsche.
F. So kann Dir zugestanden werden —
A. Ich will mir nichts zugestanden wissen, alswas jedem Dichter und Mährchenerzähler aus einemfremden, fernen oder verlebten Volk zusteht, nämlich daßer den Reichthum, den ihm dies Volk unddessen Zeitalter gewährt, brauchen dürfe.Einem Dichter z. B. der aus der Ritter zeit er-zählt, steht alles Wunderbare, alles Eigenthümlicheder Ritterzeit zu Dienst. —
F. Nicht anders.
A. Desgleichen dem, der aus der Feenweltdichtet —
F. Ihm steht die ganze Feenwelt zu Gebote.
A. Und dem, der morgenländische Erzählungenund Mährchen schreibt —