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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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426 Homer und Ossian.

Neapel und Jerusalem? An Heldenmuth undArtigkeit waren sie die Blüthe des Rittergeistes allerVolker. Willst Du davon Proben sehen in älterenund spateren nordischen Sagen?

F. Zeige sie mir.

A. Suche sie Dir selbst. Du sprachst wei-ter, Frey, gegen die Sitten der Weiber. Gehmit Deinen Griechinnen und Römerinnen; und laßmir das Ideal eines deutschen Weibes, wie es inden nordischen Liedern und Sagen erscheinet. DasVerständige, Sittliche, Keusche, das Arbeitsame, Lei-tende, Prophetische, das Leben der Mutter für ihrenMann und für ihre Kinder ist auch hier allenthalbenmerkbar. Dem Charakter der Sage nach ist dasdeutsche Weib zwar nicht das Gebildetste, aber viel-leicht das Würdigste und Edelste ihres Geschlechts.Sollen Züge dieser Art verloren seyn? will die ver-zärtelte Urenkelin das Bild ihrer Ureltermutter nichtsehen und davor crröthen? Hier sind wenig Liebes-gcsange; aber tiefe Züge der Liebe.

F. Zeige sie mir.

A. Suche sie Dir selbst. Du sprachst fer-ner vom rohen Witz dieser Völker. Glaube mir,daß sich so muntre, treffende Antworten, als muthigeEntschlüsse, eben so lebhafte Spottreden als kühneThaten in diesen Liedern und Sagen finden. Nuralles ist kurz, wie ihr Schritt, wie der Klang ihrerVerse.

Du spottetest über diese Verse und nanntest sieBuchstabcnwahlerinnen; Ordnerinnen des Klangeshattest Du sollen sagen: denn eigentlich die Voka-