Homer und Ossian. 4,7
kannlmachung eine unsägliche, bisher unbelohnteMühe; wäre eS eine Entweihung der Kunst, wenner eine kleine nordische Mythologie mitKupferstichen schriebe?
F. Mit Kupferstichen?
A. Warum nicht? ja ich getraue mir mehrzu sagen. Nach den Griechen kenne ich auf unsermganzen Ecdrund keine Mythologie und Geschichte,die der Kunst fähiger und würdiger sey, als diese.Die Galische, Jüdische, Sinesische,Indische, selbst (wenn man sie von den Griechentrennt), die eigentlich - R ö m i sc h e müssen ihr anReichthum, Würde und Fähigkeit zur Kunst nach-stehn. Geh in diesem Betracht beyde Edden undnur einige Sagen durch ; Du wirst über denReichthum an mahlerischen Scenen erstaunen. Kühnund sanft, trotzig und milde, zu Lande und Wassererscheinen hier Abentheuer der Götter und Heldenin bcyderlcy Geschlecht, die einem Michacl-'An^gelo, Raphael, Correggio und Titian, ei^nen Guido und Dominichino beschäftigenkönnten; so viel Abwechslung giebt es in der Göt^terstadt und im Niesenlande, an Ufern, Bergen undThälern. Das Wunderbare ist mit demGroßen und Lieblichen hier dergestalt gemischt,daß wenn man, (wie es auch die Griechen thaten)das Rohe und Ungeheure absondert, selbst dieZaubereyen zu den frappantsten BorstellungenAnlaß geben. Besinne dich, Frey. Das original-ste, anziehendste, wunderbarste Stück Shakespears,Hamlet, ist es nicht eben aus dieser nordischenFabel? Die am meisten mahlerischen Scenen imHerders W. Lit. u. Kunst. XIl. D d N-ückee.