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H om er und Ossian.
unaufhaltbar; dagegen sind Fingal und Temora dun-kel zusammengereihete Gedichte, voll Episoden, denen 'sinnlich zu folgen hie und da schwer wird. Die lieb-lichste Gestalt macht Ossian in kleinen einzelnen Er-zählungen , die man bald als heroische Romanzen,bald als rührende Idyllen, bald als reine lyrischeStücke betrachten kann, deren einige z. B. Eomalasich dem Drama nähern. Zn solchen zeigt sich seinegeistige Schilde rey, sein Herz voll Wehmuth,Liebe und Unschuld. Eine epische Fortlcitung, dievielleich! blos Mac-Pherson in die größern Stückegebracht hat, scheinet ihr ganz fremde.
Es ergiebt sich hieraus, wie verschiedene Wir-kungen und Folgen beyde Dichter haben mußten. WerGötter und Helden bilden will, gehe zu Homer,nicht zu Ossian; in diesem ist Eine Gestalt wie die an-dere und für den Künstler eigentlich keine gezeich-net. Der Mahler, den Ossian begeistert, muß aussich selbst schöpfen; aus seinem Dichter kann er nurdie Farbe der Empfindung, und das Helldunkel derSituation anwenden. Dagegen ist in Ossian eine Quel-le des Gefühls, voll der zartesten, sittlichen Gesin-nungen , die Homer seinen Helden nicht beylegenkonnte. Beyde Dichter unterscheiden sich hierinn, wiesich die Welt disscit u n d j e n se i t d er A l-pen unterscheidet. In Norden hat die Natur dieMenschen mehr zusammengedrückt, und indem sieihnen eine härtere Rinde, dazu mehrere Mühe vonaussen gab, in ihrer Brust vielleicht eine liefere Quel-le des sittlichen Gestühls aus dem Felsen gebohrct.Zn den südlichen, marineren Gegenden breitete sichdie Natur mehr aus; lockerer gehet die Menschbcil
aus einander und theilt sich allem, was um sie ist,
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