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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Homer und Ossi an. 38?

Werkleitern Asiatischen Himmel geht Eine Heldenge-stalt nach der andern hervor und läßt keinen Zugihrer Handlung, ich mochte sagen, kein Glied, mitwelchem sie wirket, in ungewisser Deutung. Auch fürdie Sonderung der Gruppen hat Homer dergestaltgesorget, daß selbst im wilden Schlachtgctümmcl dasAuge des Zuschauers ohne Rebel und Verwirrung blei-bet. Und was den Faden des Gedichts betrifft, so ent-wickelt sich solcher aus dem Knäuel der Geschichte soununterbrochen und ruhig, als ob die Hand derParze ihn führte.

Bey Ossian ist alles anders. Seins Gestaltensind Nebelgestalten, und sollten es scyn; aus demleisen Hauch der Empfindung sind sie geschaffen, undschlüpfen wie Lüfte vorüber. So erscheinen nicht nurjene in Wolken wohnende Geister, durch welche dieSterne ducchschimmern; auch die Gestalten seiner Ge-liebten deutet Ossian mehr an, als daß er sie darstel-lcte und mahlte. Man höret ihren Tritt oder ihreStimme; man stehet den Schimmer ihrer Arme, ih-res Antlitzes wie einen vorübergleitenden Strahl. IhrHaar fliegt sanft im Winde; so schlüpfen sie her; sovorüber. Gleichergestalt mahlet er seine Helden, nichtwie sie sind, sondern wie sie sich nahen, wie sie er-scheinen und verschwinden. Es ist eine Gcisterwelt inOssian, stakt daß in Homer eine leibhafte Körpcrweltsich beweget. In ihm sieh et man die Handlung,die man in Ossian an Tritten, Zeichen und Wirkun-gen gleichsam nur ahnet. Was endlich die Ex-position der Gedichte betrifft: so hatten Mac-PH erson und Blair sich hüten sollen, hierin bev-de Dichter auch nur zu vergleichen. Bey Homer er.zählet sich alles selbst; Eins folgt aus dem andern

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