35^ Früchte aus de ü sogen annt-
denqedichte als allegorische Maschinen erscheinen; ineinem ganz allegorischen Gedicht mögen dergleichenGespenster spucken und machiniren, nur bleiben sieeiner Erzählung fern, in der alles belebende Wahr-heit seyn soll.
2 . Der Name „göttlich" ist der Epopee keinebloße Titulatur, kein übertriebner Ehrenname, son-dern Eigenthum, Wahrheit. Ein „Gotterzeug-ter, G o t t g eli eb te r" ist der epische Held; gött-licher Art sind seine Gedanken, seine Kräfte, seinGang, seine Gestalt, sein Berus göttlich. Vermö-ge dieses Ursprunges und der ihm einwohNenden Artüberwindet er Hindernisse, schlagt schlechte Charak-tere nieder, gelangt zum Ziele. Wer wollte einemHelden der Art nicht auf seiner Bahn folgen? Webmöchte ihm Fehler anwünschen, weil geschrieben steht-daß der Held der Epopee kein vollkommnerCharakter seyn dürfe? Je vollkommner, desto mehrschlingen wir Uns an ihn: denn er ist nur vollkom-men auf dieser seiner Bahn, was ihn sonst auchfür Fehler begleiten mögen. In den mit - oder ge-genwirkenden Charakteren werden diese nicht man-geln. Dies wäre das ethische Epos.
Wie aber? wenn der epische Held eben keinGöttorsohn, wohl aber mit göttlichen Gabenbegabt wäre? Da dürfen und müssen ihm viel-leicht, wie dem Achilles Zorn und Stolz, mancher-lei, Fehler anhangen; Er mag für dieselbe, wieAchilles durch den Tod seines Patroklus, büßen müs-sen; diese Epopee wird leidenschaftlich, pa-ri sch. Sie rückt der Tragödie naher; sie vollen-det sich ganz in der Menschheit. Damit wäre als»