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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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jeden ereilen kann, leidet der Held, oft unerbettbar.Aufschreckt sie also den trage - schlummernden Geist,gießt in die kalte Brust Mitleid, den emporgehob-nen Blick dem Gericht der wagenden Nemesis öff-nend. Durch Le i d e n s ch a t e n wirkt sie auf dieLeidenschaft; durchs Anschauen, mit der Gewaltdes Moments ergreift sie Sinne und Herzen desVolks, das nur durch diese Mittel ergriffen werdenkonnte.

Anders die epische Dichtkunst. Ihr Held darffrey dieses Fehltritts feyn, und auf seiner glorreichenBahn doch mit dem Schicksal kämpfen; Hindernisse,die ihm widerstehn, überwältigen ihn nicht, sondernffcuren seinen Muth an: denn sein hochaufgestecktesZiel ist rein und für die Menschheit ewig ersprieß-lich. Er erreiche es nun oder nicht; (beging er Feß-ler, so hat er, wie der tragische Held, diese auszu-kostcn) sein Gang in wachsender Größe eist edel-er-munternd.

Werden nun, wie Kritias mit Recht sodert,zu diesen Helden nur große Seelen und Herzen, 'wahre Wohlthäter unsres Geschlechts gewählt, wird,wie Agathon sodert, der Werth ihrer Wohlthatgewürdigt, und dabey der Kampf ihrer Empfindun-gen , daS Zweifelhafte ihres Geschenks, das Hülf-reiche der Gottheit, die sie unterstützt, nicht ver-schwiegen, so daß wir allenthalben das Schwacheund Starke der menschlichen Natur, ihr Niedrigesund ihre Erhabenbeit sehn oder ahnen; was glichedieser Epopee a» Würde und Hoheit, an gehaltenemTritt und schöner Ueberraschung, im Ausgang' end-lich an hoher Befriedigung und Selbstbelchrung?