H0ldn.cn Zeiten.
Sänger als Vertrauter der Götter, als Ausleger derBegebenheiten und Verhängnisse redet; auch bat sichjeder achte epische Dichter durch sie beurkundet: He-mer und Virgil, Dante, Milton, K l o p-stock bildeten sich ihre Sprache, durch welchedann auch Klopstock, ob man sie gleich Anfangs ver-spottete, ungeheuer Platz gewann, und beinah dirganze Dichtersprache der Nation umschuf. Ein rei-ches Feld für die Beobachtung sowohl, als tür deneignen Gebrauch der Sprache; dem kindischen Nach-äffer aber ein Fallstrick zum Verderben. Er bleibtin ihr hangen; sein Geist ermattet ; wie viel Dich-terlinge haben sich in Klopstccks lyrisch-epischerSprache erdrosselt. Würdiger ist sie indeß immer,als das „bethuliche zauberisch - verzuckerte" Spielwerk,das auf sie gefolgt ist, dem sogar oft die Richtigkeitfehlet. Geben die Götter uns epische Sänger, wennund wie oft es ihnen gefallt; nur seyn sie keineVerstandverwirrer, keine Sitten- und Sprachverder-ber. Aufgesteckten Blutfahnen, verewigten Tropenund Hieroglyphen zu folgen — die Zeit sey endlichvorüber."
So sprach Agathon; und Olympikus nahmdas Wort, wie folget:
I V. Vom letzten Ziel des epischen Ge-dichts.
Die Tragödie ist eine Poesie der Mensch-lichkeit: denn wegen eines kleinen Fehltritts, der