334 Früchte aus den sogenannt-
Noah, und wie die Patriarchaden weiter heißen,nicht minder an den Thaten und Schicksalen einesChristus Geschmack zu finden. Mißricth manche Be-arbeitung dieser Helden, sang von einigen die MusAschwach, von andern erbärmlich : so zeigt die HarfeAndrer, daß die Schuld hiebey nicht daran lag, daßdieser Gegenstand zu einer Religion gehörte. Ge->wiß konnte das Religiöse an ihm, der Epopeenicht schaden, so lange das Menschliche, dasVerständliche des Helden unversehrt blieb; viel-mehr mußte es demselben aufhclsen, oder es warnicht, was es seyn sollte, göttlich.
Welch großes, ewiges, lebendiges Wort (en-o?)in aller Menschen Herzen ist, recht verstanden, derChristus! eine reine Gestalt, die Gottheit imMenschen, sichtbar, gegenwärtig, verkläret. Undda das Werk und der Zweck einer Gottheit auf derErde nichts anders seyn kann, als Rettung undBeglückung des ganzen Geschlechtes durchRath und That, auf die reinste Weise; wie? wenndies Werk an sich und in allen seinen Folgen a n-schau bar gemacht, und gleich einer neuen Schö-pfung ans Herz gelegt werden könnte; wäre seinSänger nicht der erste christliche, ja der erste mensch-liche Dichter? Gern vergaßen wir an ihm Na-tionen, Sprachen, Secten, geschweige Lehrbegriffe undVorurtheile, sobald und so lang er in uns das le-bendige Wort, d. i. den Begriff und die ThatEines einzig-möglichen Weltheilandes sprechenmachte. Ob dies göttliche Werk (ÄLiou Ti-on-z/.«)und wo es geschrieben sey? ob und wann es eine»für unsre Zeit kräftigen Ausleger erlangen werde,darüber darf unser Fest keinen Aufschluß geben,