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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Z22 Früchte aus den sogenannt-

anders. Mancherley Ergötzungen und Bequemlich-keiten andrer Völker waren ihm versagt, die cs da-gegen verachtete, wenn ihm Recht und Pflicht,Wahrheit, Ordnung, Sitte, Ehrbarkeitblieb.

Sehet z. B. die Geschichte des deutschen Lie-des, ja der schönen Künste in Deutschlandüberhaupt an; gegen andre Völker wie dürftig, jain Manchem, (wird man sagen,) wie grob, wie höl-zern! Zumal, (darf man fcey hinzufügen,) wennman nachahmen wollte, wozu man weder Geschick,noch Trieb und Veranlassung hatte, wie ungeschickt,wie hölzern! Was dagegen für Deutsche diente, wasihnen aus Kopf, Herz und Hand entsprang, nütz-liche Künste und Erfindungen, Ordnungen und Ge-werke, in der Literatur Lehre, Fabeln, Sinn-sprüche, das war altdeutscher Witz undGeist; ja, wenn wir die Geschichte des Fortgangesim sogenannten Reich des Schönen bis auf wenigeJahre vor uns hcrabsteigcn, cs blieb, falls mannicht unzcitig drängte, auf diesem Wege, wie imverflossenen Jahrhundert die Versuche und Wecke derCanitz, Richei, Brakes, Hagedorn, Hal-ler, Geliert, Witthof, Kleists und so vieler,vieler andern zeigen. Lehrhaft und fromm, ordnungs-liebend , keusch, gutmüthig war, und blicb die deut-sche Muse. An Lebhaftigkeit also hinter andern Völ-kern zurück, wovon abermals der Grund im Charak-ter wie in der Geschichte des geduldig - gullnüthigenVolks lieget; aber wer spat kommt, kommt ec nichtnoch? Die langsam aber uncrmüdet fortwandcrndeSchnecke kam jenem vermessenen Hasen voran, dersich, verachtend-stolz niederlcgte und einschlief.