goldnen Zeiten.
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Ein Volk mit Kenntnissen überschnellenund übereilen, die ihm nicht gehören, ist eben sovernunftlos und unbarmherzig, als ihm die Augenausstechen wollen, und das ihm nvthige Licht versa-gen. Es unzeitig verwirren, schwachen, aus seinerBahn locken, seinen Charakter verderben, ist ebenso schändlich als schädlich. Was könnt ihr dem Volkgeben, wenn ihr ihm sein Herz und Vergnügen, sei-nen täglichen Fleiß und Frohsinn, seine glücklicheSchranken geraubt habt, und es auf die dürre Wei-den eurer nie ersattiqten Begierden, eurer lechzendenKenntnisse, eurer Kunstspekulationen und Subtilitä-ten hinaustreibet? Jemand an Vergnügen gewöh-nen, denen er nicht nachgehen kamt und darf, istschon grausam; grausamer, wenn diese Vergnügenfalsch sind. Ihr raubt ihm die Gesundheit, indemIhr ihn lüstern macht nach einer Lustseuche.
Das arme deutsche Volk! Umstande ließen esnicht zu, daß es frühzeitig überfeint würde; Um-stande, die in seinem Körperbau und Klima, in sei-ner Erziehung und Lebensweise, in seiner Verfassungund Geschichte lagen. Dagegen ward ihm vom Feindeselbst, in den frühesten und durch alle Zeiten dasLob der Gesundheit, der Treue und Keusch-heit, der Ordnung in seinem Hauswesen,des Fleißes, der regelmäßigen Sittlichkeitnicht versaget: Braut- und eheliche-, Geschwister-,.Eltern-, Freundes-Liebe knüpfen cs in engen Kreisenfest zusammen; allenthalben standen Deutsche mit undbey einander, und nannten es Bund. Alle fürEinen, Einer für Alle; der Name German, Her-mann, Heermund und viel andre deuten auf nichtsHerders W. Lit. u. Kunst. XII. X