284 Früchte aus den sogenannk-
A. Von denen wollen wir schweigen. Freylichhaben sich in kurzer Zeit die Großvatersitten sehr ge-ändert !
B. Was uns. dagegen in alten und den ältestenStücken bleibt, sind bey ächtem Witz treffende Cha-rakterzüge, die der Situation entsprechen,kurz, die charakteristische Fabel.
3.
A. Wie wirds aber mit dem Schicksal inder Komödie? Mich dünkt cs in ihr ein komi-sches Schicksal.
B. So ernst, als es die Tragödie haben kann,es ist das Wesen und die Verknüpfungder Fabel. Glauben Sie, daß der Dichter deslustigsten Spiels lachen müsse, wenn er die Fabelaussinnt? Und thate crs; sein Lachen muß der hei-tersten Vernunft zugehörcn. Sonst ist die Posse desAnschauens nicht werth. Die Vernunft muß denKranz der Begebenheiten flechten; mithin muß siezuerst weg werfen, was zu ihm nicht ge-höret.
A. Zum Beyspiel, alles Niedrige, Häßliche,Abscheuliche, das man nirgend, geschweige auf demTheater zu sehen wünschet.
- B. Zuvörderst also alle Laster.
A. Alle Laster? keinen lasterhaften Charak-ter soll die Komödie als häßlich darstellen dürfen?
B. Keinen; dies ist nicht ihr Amt. Für Kan-zel und Katheder, oder gar für Gefängnisse, Mich-