280 Früchte aus den sogenaynt-
Lustspiele hinaus? Ist es nicht auch Drama? Undwo ist sein Ring des Schicksals?
In der Hand des Dichters, wie beymTrauerspiel; und zwar ist er im Lustspiel fast nocherkenntlicher als in diesem. Er heißt die Fabel derKomödie, ohne welche, sinnreich angelegt, verschlun-gen und entwickelt, kein Lustspiel taugt.
A. Und die Charakter-Komödien? dieacht-philosophische Gattung —
B. Sind hinkende Stücke, wie die ausgeputztenCharakter-Trauerspiele. Will ich Charak-tere beschrieben lesen, so nehme ich Theoph rast,la Bruyere, oder Aristoteles Rhetorik.
A. Hier sehen Sie sie aber dargestellt.
B. .Ohne daß sie in eine Fabel greifen, undmit ihr innig verwebt sind, hindern sic das Lust,spiel. Jsolirt steht sodann der b re i t--a n ge m e l-dete Charakter vor mir, geschildert, nicht handelnd.Angeputzt wird er und angczogen; rings um ihnwerden Spiegel gestellt, daß man ihn ja von Seitenerblicke und wahrnehme; dann wird er entkleidet,man zeigt seine Höcker; wohl gar wird er lebendi-gen Leibes operirt, secirt — eine peinliche Kunst,von der schon der Name Lustspiel sich lossaget.
A. Und wir haben doch so treffliche Stücke die-ser Gattung!
B. Die trefflichsten sind nie ohne Fabel;und je besser es der Dichter verstand, desto sorgsa-mer ließ er den Charakter dem Gewebe der Fabelnur dienen. Oder vielmehr (denn was sollen die