goldnen Zeiten.
2?5
die zarteste Gabe unsres Herzens, das hohe tratgische Mitleid, Unwürdigen geben sollen. Mör-der der Melpomene sind sie, die solche für Unwür-dige absodern: denn nicht nur haben wir in nnsermHerzen nichts weniger zu vergeuden, als dies Mit-leid , sondern da dieser niedrige Diebstahl, z. B. fürHuren und Buben, hier durch Mißbrauch der edel-sten Kunst geschieht, so ist der schlechteste Name -der genannt werden kann, „ein Kuppler!'^ für dentragischen Kuppler fast noch zu linde.
Werden wir nicht im Leben vom Mitleid genuggeängstet? Sehen wir nicht Hunderte mit unS lei-den, denen wir nicht helfen können? Tausende, de-nen wir nicht helfen mögen? Und ihr, die ihr siehöchstgerechr bestimmen solltet, verrücket unsdiese Waagschaale? Ihr verfälschet sie wissend so-gar, Dichter? Erlaubt, daß wir euch, zwar nichtwie Plato aus der Republik, aber ans nnserm Her-zen vertreiben: „In dies Stück komme ich nie wie-der. "
Mitleid, das höchste Mitleid, welch einGeschenk! Ben jeder innigen Theilnahme geben wireinen Thcil unsres Herzens hin, ja vielmehr, derGegenstand wohnt in unscrm Herzen; wir theilensein Schicksal. Wollten wirs mit einem Unsinnigen,einem VetachkeNswürdlgen, einem Schwächlinge, ei-ner Mörderin, Buhlerin oder irgend einem Gemei-nen, Niederträchtigen lheilen? Hier also brenne dieGlut der schärfsten Prüfung! Nicht Nur alles Vcr-achtenswürdige, Schaamlose, Häßliche, Tollkühne,Freche, Eitle, Verführende breNne sie ab; sondernim stärkeren wir im schwächeren Charakter werdeder Punkt gelautert: „wiefern Ec an seinem
S s