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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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27Ü F r ü ehte aus den so g e n a n u c-

Schicksal Schuld sio? und sich selbst Vorwürfezu machen habe? Leun machen Wir sic uns nichtstatt seiner?

Uns mit dem Schicksal zu versöhnen, jede Lei-denschaft in uns so zu lautern, daß sic ein Werk-zeug der Vernunft werde > dies ist der Zweck desDrama, lieber Haß und Liebe, Freude und Trau-rigkeit, über Verdruß, Reue, Schwermuth, Stolz,Ehrgeiz und jede andre Begierde, nicht minder überNiedergeschlagenheit, Trägheit, Demuch u. f. gebie-tet es, daß jedes Unlautere h i n w eg geth a n,dagegen Zufriedenheit mitsich und mitseinem Schicksal, bescheidne Ächtungund Fassung seiner selbst, hülfreicheT h ei l n e h m u n g amWvhl und an derN 0 thAndrer unser bleibender Charakter wer-d e. Welche Tragödie an ihrem Theil hiezu nicht,wohl aber dazu beytragt , daß unlautre, böse Affek-ten in uns genährt und gereizt werden, die sie miteinem falschen Schimmer umkleidet; die holte ihrFeuer nicht vom Altar der Musen.

Ließ ist nun die Reinigung der Leidenschaften7!-«-^.«^) die nach Aristoteles dasTrauerspiel beenden soll; er hat sie, nicht in derMoral, aber zu Ende der Politik, wo er von derMusik handelt, eben an den Wirkungen dieser Kunsterläutert. Dahin sie denn auch gehöret. Der reineWeise und Tugendhafte bedarf des Theaters nicht;wer aber Leidenschaften in sich zu laulern, wer mitsich und mit dem.Schicksal zu kämpfen, oder sichmit ihm zu versöhnen hat, der komme und lerne.