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goldnen Zeiten.
Herz hak sie einmal entwaffnet. Tritt das widrigeSchicksal Hera», so findet es die durch Furcht ge-schwächte Brust wehrlos. Hier tritt Melpomeneauf, und waffnet gegen das Unglück. Nicht zuehernen Stoikern macht sie uns oder zu hornenenSiegfrieds; gefaßten Geist will sie uns gebenauf alle Unfälle des Lebens, durch Nüchternheit,Mäßigung, Verstand, Klugheit (crwlp^auny.) Nie sollen wir den Muth aufgeben, auf-wärts das Haupt, die Brust uns ftey erhalten;das Trauerspiel lehrt uns also die Furcht zah-men.
Sofern wirkt es für uns, für uns allein;»s lautert und ordnet Leidenschaften, die zu Erhal-tung unsrer selbst gehören. Ehrgeiz, Neu-gierde, Uebcrmuth, kränklichen Gram, Mißtrauen,Unzufriedenheit, Kleinmuth u. f. reiniget sie; alledurchs rechte Maas der Furcht.
Da aber der Mensch nicht allein in der Welt lebt,Und vhn' andre Menschen nie glücklich leben kann;wie heißt die Triebfeder unsres Herzens, die uns Mitandern zu Glück oder Unglück verbindet? Theil-nehmung. Auf Sympathie ist sie gebauet: schlügedies Gefühl in unsrer Brustnicht; kein Dichter konnte esuns einwirken. Aber es schlagt bey sedeM GegenständeUnsets Gleichen, am stärksten bey seinem Schmerz,bey seinen Leiden. Dies Gefühl rege zu machen,rege zu erhalten, es aber auch in seine Schrankenzu führen und sicher zu leiten; dazu arbeitet diedramatische, vorzüglich die tragische Dichtkunst.Herders W. Lir.u. Kunst. X!l. S