270 Früchte aus den söge Na NN t-
Habt ein Zutrauen auf menschliche Gcmüther,ihr Dichter, daß sie wohl wissen, was sie vom Thea-ter zu hoffen, aber auch was sie zu fodern haben;ein quick xro quo speiset sie nicht ab. Pflanzez. B. dem Märtyrer, der als ein Dieb und Thorstirbt, eine Glorie um sein Haupt, legt Hymnenihm in den Mund; jeder weiß, was man von ihmzu denken habe. Stellet dem Rechtschaffenen, derunter dem Schimpf der Welt, des ungerechtesten To-des stirbt, einen kalten PareNtator zur Seite, dervon den Belohnungen künftiger Welt viel rede; nie-mand hört diese PareNtationen. Ein Wort aus demMunde des Sterbenden, was Er hoffe, womit ersich tröste, ist mehr als tausend Worte fremder NMkündigung. (<sj Ucberhaupt schließet
sich uns im Theater die Welt mit diesem LebcN.Das Künftige hoffen wir; mancher Unglückliche kannsich daran stark aufrichten Einmal aber fließendie Steilen theatralisch nicht in einander. Der Bö»sewicht kann, wie es bei) frommen Stiftungen ge-schah, den Rechtschaffenen, den er quälte, nicht injenes Leben affigNireN; von Ihm darf der Recht-schaffne keine Assignation annehmen. Die einzigwahre Anweisung darauf tragt Ec selbst in seinemBusen. Christliche Mysterien endlich gehören garnicht auf die Bühne: kein Grieche durste Mysterienaufs Theater bringen, oder er ward gestraft. DieKunst hatte ihn schon gestraft, dadurch, daß er sieaufs Theater brachte.
Rühren und Nichts als Rühren ist der schlech-teste oder vielmehr kein letzter Zweck des Trauer-Ipiels. Muß man denn nicht wissen, wofür, wo»